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Die Hauptgründe dafür, dass ich, Günther, nach ZEHN großen Gruppenreisen (vor allem als Hauptorganisator), nun damit aufhöre, was sich in den letzten zwei Sommern immer mehr abgezeichnet hat, möchte ich zum besseren Verständnis, auch auf Grund einiger Anfragen, offen und persönlich sowie ausführlicher - für Interessierte (die gerne "Stories" lesen) - hier mitteilen:


Diese beziehen sich in erster Linie auf meine Funktion als Hauptorganisator, dem immer attraktive Gruppenreisen mit zufriedenen Teilnehmern wichtig war.
Es folgt eine - großteils kritische - Auflistung, wenn auch eher neutral gehalten, die jedoch die vielen Herausforderungen aufzeigt, die mir mittlerweile (58 Jahre alt) zuviel geworden sind. Klar hat es auch mit meinem hohen Anspruch zu tun, möglichst viele Details und Wünsche zu berücksichtigen ("Jungfrau"-Aspekte). Allerdings war so manche "Detailliebe" nötig und hilfreich bei diversen "England"-Eigenheiten, um die jeweilige Gruppenreise teils komfortabler, teils reibungsloser gestalten zu können. Vieles konnte ich also für die Reiseteilnehmer "abfedern". Letztlich ist die Summe der doch zu berücksichtigenden Einzelfaktoren zu viel geworden, auch wenn ich nun dadurch selbst schon relativ lange "cool" - gelassen - bleiben kann. Meine in Summe 13 (!) Monate Erlebnisse in 21 (!) Sommern beziehen sich hauptsächlich auf den Südwesten der großen Insel, der zu den ursprünglicheren zählt.

Mein (vor allem zeitlicher) organisatorischer Aufwand ist weiter gestiegen inkl. Werbung (jeweils mehr als vier Monate für max. zwei Wochen). Wichtige Erfordernisse in England gestalteten sich schwerer: vor allem musste ich 2015 und dann nochmals 2016 die Reisebusfirma wechseln, wobei Qualität des Managements und die Anzahl sehr guter zur Verfügung stehender Busfahrer (gelinde gesagt) abgenommen haben. Wir (eine Gruppe im Vorjahr) sind sogar einmal in Cornwall stecken geblieben: das war wirklich eine brenzlige und sehr grenzwertige Situation, in der "Pampa" am Abend und ohne Mobilfunkverbindung einen Ersatzbus zu organisieren, um ins Hotel zurückkehren zu können. Hier merkte ich deutlich den Unterschied zwischen einem völlig ungeeigneten Busfahrer (den ich NICHT bestellt habe, sondern einen ERFAHRENEN) und unserem ehemaligen, langjährigen Spitzenfahrer Garry, der seit zwei Jahren "nur" mehr lokale Linienbusse fährt (aus familiären Gründen). Da war es heuer zwar eher harmlos, dass so manche wichtige Vereinbarung mit dem einen Hotel kurzfristig geändert wurde wie die Nicht-mehr-Verfügbarkeit des passenden Extraraumes (vor allem) für unsere Abende, dennoch letztlich eine gewisse Beeinträchtigung.

Qualität und Geschmack einiger (vor allem vegetarischer) Speisen ließ trotz Bemühens teils noch immer zu wünschen übrig (würzen). Für viele zum Schmunzeln, für andere doch zeitweise ärgerlich, war nach wie vor die eher geringe "Reparaturbereitschaft", sodass mein mitgebrachter "Werkzeugkoffer" regelmäßig zum Einsatz gekommen ist, meist bei lockeren Schrauben und laut quietschenden Türen sowie sanitären Einrichtungen. Hier half oft nur selbst zur Tat zu schreiten statt länger warten zu müssen inkl. "Sorry" zu hören.

Eine spezielle Erschwernis möchte ich anführen, die sich die meisten Menschen, die in Mitteleuropa in Städten wohnen, kaum vorstellen können (außer in abgelegenen Gegenden bzw. auf hohen Bergen), mich jedoch beim Organisieren und Kommunizieren oft stark beeinträchtigt und mir viel Zeit kostet hat: die außerhalb der Großstädte UND außerhalb von alten Gebäuden im Flachland (lauter sanftes Hügelland ohne Berge) noch immer großteils schlecht funktionierende Mobilfunk-Technik/Infrastruktur mit schwachen und schwankenden Funksignalen, Verbindungsabbrüchen sowie vor allem langsamen, für Internet unbrauchbaren, Datenfunkverbindungen. Das auch in England ausufernde W-LAN an immer mehr öffentlichen Plätzen ist nur teilweise eine Hilfe, weil es mitunter auch instabil ist und oft zu wenig datenschutz-gesichert! Einzig die Roamingkosten sind seit Beginn letzten Sommers ENDLICH deutlich gesunken.

Dazu kamen höhere, immer weniger kalkulierbare, Kostenanteile. Dreimal ist der Pfundwechselkurs kurz vor Sommer zu stark gestiegen: 2012, 2014 und besonders 2015 (über 10 %), sodass 2015 selbst meine Währungsklausel (die ich ja im Herbst zuvor festlegen und beschränken muss) nicht mehr ausreichte, mir also beachtliche Einnahmenseinbußen brachte. Letztes Frühjahr sind erstmals die Flugkosten deutlich früher und stärker als bisher gestiegen (seit heuer kostet nun meist sogar das Hauptgepäcksstück extra), was wieder Mindereinnahmen bedeutete. England ist mittlerweile fast so teuer wie die Schweiz. Zu spät ist der Kurs erstmals deutlich gesunken und zwar erst ab dem BREXIT-Abstimmungstag, dem 23. Juni 2016: Ich musste die großen Rechnungen jedoch vorher begleichen, es war auch im Vorfeld zu spekulativ. Die Kosten für den Eintritt zum bekanntesten Steinkreis - Stonehenge - wurden auch merklich erhöht. Die "chaotischer" werdende Weltlage seit Sommer 2015 mag auch beigetragen haben, dass es diesmal deutlich länger gedauert hat, bis die Mindestteilnehmerzahl ereicht worden ist.

Mein (vor allem finanzielles) Risiko, die Hauptverantwortung und der Stress sind also zu groß geworden. Gleichzeitig muss ich die Kosten für die Reiseteilnehmer in einem vertretbaren Rahmen halten, damit sich eine genügend große, attraktive Gruppenreise ergibt. Da bisher vor allem ältere Menschen teilgenommen haben, ergaben sich auch jede Menge an Wünschen, viele davon verständlich. Allerdings "entluden" sich gruppendynamische Prozesse nun auch verstärkt bei mir. (Zeit-)Disziplin bei so vielen Teilnehmern war nicht immer gegeben. Nur erwähnen möchte ich ergänzend, dass auf den letzten drei Reisen auch noch weitere, wenn auch oft nur kleinere, unvorhergesehene Unannehmlichkeiten organisatorischer Art aufgetreten sind, die mich jedoch in Summe einiges an Nerven und Zeit (und damit auch Geld) gekostet haben. Das heftigste war die Stornierung/Umbuchung eines Fluges (immerhin sechs Menschen betreffend) im Vorjahr EINEN Tag vor der Hinreise, noch dazu ohne Verständigung seitens der Fluggesellschaft! Dank eines engagierten Reiseteilnehmers konnte ich gerade noch rechtzeitig zusammen mit meinem Reisebüro und vor Ort mit einem Taxiunternehmen eine relativ zufriedenstellende Lösung finden.

"Last but not least" und am persönlichsten: die körperliche Anstrengung: Vor und nach der jeweiligen Gruppenreise war ich ja weiterhin als Kornkreis- und Kraftplatz-forscher, Vortragender und regelmäßiger Webseitenbetreuer unterwegs, also nur teilweise zur Erholung. Selbst nur vier Wochen Gesamtreisedauer letzten Sommer ergaben noch immer über 60 (!) kg Gesamtgepäck. Da ich kein Autofahrer und viel allein unterwegs war, musste ich vor allem mit Bahn und Bus fahren, noch dazu jede Woche das Quartier wechseln. Da elektronische Technik auf der britischen Insel im Vergleich zum europäischen Festland noch "hinterherhinkt", musste ich in den letzten sechs Jahren Beamer, Computer, allerlei Zubehör, Kameras, teils auch Drucker, Unterlagen, usw. noch zusätzlich mitnehmen, sodass Fliegen auf Grund der strengeren Bestimmungen nicht mehr in Frage kam. Also bedeutete dies Hin- und Rückfahrt mit dem - immerhin rund 300 km/h schnellen - Eurostar unter dem Ärmelkanal, allerdings auch mehrfaches Umsteigen und in den letzten Jahren Zusatzübernachtung in Paris bzw. London (ist deutlich ruhiger und bequemer als im Nachtzug): Ö., D., F, Eurostar, GB: also fünf verschiedene Bahngesellschaften und damit bis zu 5 unterschiedliche Buchungsvorgänge, wobei Web und "Apps" schon sehr helfen, allerdings ist es eine Tüftelei, eine passende Route zu finden und zu buchen.

Bemerkung am Rande: in den letzten zwei Jahren haben die Zugverspätungen und teils auch Zugausfälle international zugenommen, was letzten Sommer sogar dazu geführt hat, dass meine Rückreise zunächst in München endete - mit kurzfristig nötiger Übernachtung in einem nahen Hotel (was mir hier dank gut funktionierendem Mobilfunk sogar schnell gelang), bevor ich am nächsten Tag weiter nach Wien (und nach Hause - Baden bei Wien) reisen konnte.

In GB wird es noch aufwändiger: seit langem ist dort der öffentliche Verkehr privatisiert, was jedes Jahr für mich zusätzliche Abenteuer bedeutet. Es gibt allein 25 (!!) verschiedene Bahngesellschaften. Busterminals sind von Bahnhöfen in vielen Städten ziemlich weit entfernt. Verkehrsverbund ist oft noch ein Fremdwort. Mehrere Busgesellschaften sind in jeder Grafschaft unterwegs. Tickets gelten teils nur auf bestimmten Linien! Fahren mit dem Zug (viele kleinere Bahnhöfe/Haltestellen wurden schon vor langem aufgelassen) ist zwar am teuersten, vor allem in der Früh, jedoch gibt es in der Regel mehr tägliche Verbindungen als mit Bussen. Immerhin wurden in letzter Zeit in manchen Stationen Rolltreppen bzw. Aufzüge eingebaut. Wochenende bedeutet nach wie vor Ende vieler Streckenverbindungen mit Bussen. Einzig eine spezielle "App" für "Smartphones" hilft mir - bei gutem Funkempfang - sehr. Vieles darf wieder einfacher werden. Immerhin - gut Ding braucht Weile, vor allem im traditionsreichen England: Erstmals in 20 Jahren (seit letztem Sommerbeginn) fährt auf der Hauptstrecke in der Grafschaft Somerset  der lokale Bus von der Großstadt Bristol an der Westküste zu meinem geliebten Glastonbury und zurück mit DOPPELDECKERN (und sogar Anzeigetafeln im Inneren), was also endlich genug Platz für mich und mein Gepäck bedeutet hat. Damit habe ich immerhein EINE wichtige Verbesserung gegenüber den früheren Jahren aufgezählt. Hat mich schon gefreut und meine letzte Reise-Etappe auf der langen Hinreise erleichtert.

Bestimmte Eigenheiten sind eher Kleinigkeiten, an die sich Touristen in Orten und Kleinstädten (mehr oder weniger) zu gewöhnen haben, die ich hier erwähne möchte, weil es so viele sind, die für uns (Mitteleuropäer) ungewohnt sowie teils kaum bekannt sind: Öffnungszeiten der meisten Geschäfte (erst ab 9 Uhr bis meist nur 17 Uhr, 17:01 ist dann zu spät) außer die großen Supermärkte (die jedoch zu stark gekühlt werden und kaum unverpackte Frischware anbieten); Mittagessen von ca.12 Uhr bis max. 14:30 Uhr (14:31 ist dann bereits zu spät, habe ich mehrmals erlebt); Abendessen ab ca. 18 Uhr bis spätestens 21 Uhr (außer in Hotels und Fastfood-Läden); letzter Alkoholausschank in den vielen "Pubs" ist spätestens um 23 Uhr; Euro-Scheine werden nur in wenigen Banken in Pfundscheine umgewechselt (noch dazu bei eher schlechtem Wechselkurs) - bei Postämtern geht es in der Regel, allerdings bei noch schlechterem Kurs); bei einem Teil der Bankomaten und mittlerweile auch einigen Kreditkartenkassen heißt es sehr aufpassen, nämlich wenn die Frage erscheint, ob jetzt gleich mit dem angegebenen Kurs umgerechnet werden soll, was zu verneinen ist, außer "draufzahlen" würde kaum eine Rolle spielen; bei Bezahlung in Restaurants (nicht in Pubs, wo direkt an der Bar bestellt und gleich - genaue Summe, Trinkgeld ist schon inkludiert - bezaht wird) geht dies nur TISCHWEISE, nicht einzeln; offizielle Gepäckaufbewahrung (für Bahnfahrer) ist praktisch nur in London und auch dort nur in den zwei größten Bahnhöfen möglich; Gepäcksstücke mit Rädern dürfen in den überregionalen/internationalen Bussen nur im Gepäcksraum unten aufbewahrt werden; so manche Fenster in alten Hotels lassen sich nur mit großem Kraftaufwand öffnen / schließen; wegen Privatisierung gibt es zwar viele Paketdienste, deren kostengünstige Transporte sind jedoch oft nur nutzbar, wenn mann/frau in Britannien gemeldet ist (!?); hilfsbereite Engländer, die einem mitunter wenig helfen: "Sorry, ich habe das Schild vergessen, umzudrehen": "Zimmer frei" statt "Zimmer besetzt"; im zweiten Stock einiger alter Hotels (viele Hotels sind alt, was architektonisch zwar wunderbar ist) ist (wohl auf Grund alter Pumpen) der Wasserdruck für Waschen langer Haare wenig geeignet (Wasserstrahl unter 20 oder gar nur 10 cm); in einigen Zimmern mancher Hotels funktioniert Warmwasser nur dann, wenn in den umgebenden Zimmern nicht gleichzeitig geduscht wird; Temperaturregelung bei Duschen ist teils ein Prozess, sprich manuelles Nachstellen ist öfter nötig; Klospülungen funktionieren anders als in Kontinentaleuropa: es bedarf kräftiger Hebelbewegung, dann längerer Wartezeit bis zumnächsten Gebrauch; in vielen Städten ist das Leitungswasser stark gechlort; es gibt zwar viel gutes Quellwasser (aud dem gebirgigen Norden der Insel), allerdings praktisch nur in Plastikflaschen; Betten bestehen meist aus (massiven) Federkern-Matratzen und -unterbetten; usw. ... genug der wohl schon langen, jedoch bei weitem nicht vollständigen Aufzählung ... ob hier etwas mehr oder weniger "gut" ist, lässt sich kaum sagen, ist subjektiv, jedenfalls spannend.

Abschließend zum Schmunzeln, was mir - wohl, weil ich selbst auf Details achte (wobei dies bei Geometrie / Zahlen nun mal wichtig ist - ein Fünfeck ist anderes als ein Sechseck und spürt sich auch anders an) - zweimal in den letzten rund 10 Jahren in England passiert ist und zwar bei einer Paketaufgabe: offiziell waren es 2,01 kg, also nur 1 Dekagramm über dem Standardlimit, dennoch hätte ich weit mehr als die dreifachen Gebühren zu bezahlen gehabt, was mir zu teuer war (streiten nützt dort kaum was, vor allem hatte ich keine kalibrierte Briefwaage dabei (wäre noch ein weiteres Messgerät gewesen)), also musste ich Paket wieder öffnen, eine Kleinigkeit entfernen, was leichter gesagt als getan ist und neu packen, um auf  1,99 kg zu kommen ...

Die Bewohner der großen Insel Großbritannien sind nun mal ein Inselvolk, das sich sehr von Kontinentaleuropa unterscheidet: Kommunikation und strukturierte Planung sind deutlich weniger ausgeprägt als im deutschsprachigen Mitteleuropa. Das britische Englisch und der Linksverkehr sind neben den kleinräumigen Wetteränderungen mehrheitlich eher kleinere Herausforderungen wie auch die nach wie vor in vielen (vor allem kleineren, weil auch sehr alten) Unterkünften vorhandenen, getrennten Wasserhähne (kalt - heiß).

Auch wenn ich mittlerweile nach insgesamt ganzen 13 Monaten Englanderfahrung in den letzten 21 Sommern ein ganzes Buch mit vielen Erlebnissen füllen könnte, möchte ich nun mehr als Urlauber und weniger als Organisator / Forscher auf der britischen Insel verbringen, die ich nach wie vor liebe: die bezaubernden Gegenden, die lieblichen Orte mit alter Architektur, die vielen Gärten, die malerischen Küsten, die uralten Steinkreise und andere Kraftplätze sowie nach wie vor die echten, grandiosen Kornkreiszeichen, die allerdings immer weniger erscheinen ... Auch hier ist wieder verstärktes Miteinander nötig, mehr Verständnis von den Bauern, weniger Anreize für menschengemachte Zeichen und mehr Bewusstheit bei vielen Touristen ... Das Dreieck Glastonbury - Stonehenge - Avebury bildet eine Art Sternen- oder Dimensiostor bzw. Herzzentrum - zunächst für Europa, letztlich erdumspannend.